Categories
Aktuelles

Immer weniger Milchkühe können im Freien grasen

Immer weniger Milchkühe in Deutschland können im Freien grasen, das zeigt eine aktuelle Studie von Greenpeace. Seit gut zehn Jahren ist der Anteil von Rindern, die Zugang zu Weiden haben, um gut zehn Prozent gesunken, in 2020 auf nur noch 31 Prozent. Das geht aus einer Analyse hervor, für die Greenpeace die öffentlich verfügbaren Daten der Bundesländer ausgewertet hat.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind dabei groß. Bayern ist zwar das Land mit den meisten Milchkühen, laut Greenpeace stehen dort aber vier von fünf Kühen ganzjährig im Stall. Dabei verfügt Bayern über das flächenmäßig größte Potenzial an Grünland. Insgesamt gibt es in Deutschland knapp vier Millionen Milchkühe, die meisten davon in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Greenpeace kritisiert die Entwicklung und fordert Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) auf, die Weidehaltung von Kühen stärker zu fördern.

Statt der Weidehaltung wurden in den vergangenen Jahren mit Milliardenbeträgen Haltungssysteme wie Boxenlaufställe begünstigt, in denen die Tiere das ganze Jahr im Stall verbringen, so Greenpeace. „Weder Bund noch Länder setzen sich bisher ausreichend für Milchviehbetriebe ein, die ihre Kühe auf die Weide lassen“, sagt Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter. „Der Bund muss jetzt mit einem starken Weideförderprogramm die Trendwende einleiten. Es gibt ausreichend Gelder der europäischen Union, die dafür genutzt werden können.“

Denn Weidehaltung gilt als besonders artgerecht, fördert die Gesundheit der Tiere und ist ökologisch wegen der zahlreichen Kräuter und Gräser besonders wertvoll. Zudem speichert beweidetes Grünland deutlich mehr klimawirksamen Kohlenstoff im Boden als Ackerpflanzen.

Mehr zum Thema auf den Seiten von Greenpeace